Situation

Mit steigendem Strombedarf und der beschlossenen Energiewende inklusive Ausstieg aus der Kernenergie ist unbestritten, dass es alternative Energien braucht. Umso wichtiger ist aber auch, dass diese sinnvoll und nachhaltig sind. In Vechigen drängt sich dagegen der Eindruck auf, dass mit wenig Rücksicht auf Bevölkerung und Landschaft, ein fragwürdiges Projekt vorangetrieben wird.

 

Ernüchterung und Probleme

In den letzten Jahren hat sich die Windenergie-Welt verändert. Die saubere erneuerbare Energie aus Windkraft hat nicht nur Vorteile. Weltweit wächst der Widerstand aus vielerlei Gründen (mehr unter Fakten). Die Probleme um bestehende Windparks nehmen zu. Kritische und warnende Stimmen, genährt durch neue Erkenntnisse, lassen aufhorchen. Die gleich bleibenden Argumente der Wind-Lobby haben dagegen vom einstigen Glanz eingebüsst.

 

Abstände werden erhöht

In Teilen Deutschlands und Dänemark, den in Bezug auf Windkraft führenden Nationen, ist man inzwischen davon abgekommen, Windkraftanlagen in besiedeltem Gebiet zu errichten. Zu gross sind die Probleme. Der Ruf nach höheren Abständen als in der Vergangenheit wird lauter, die Abstände zu bewohnten Häusern werden teilweise deutlich erhöht (mehr unter Gesundheit).

 

Nicht um jeden Preis

Der Grossteil der Anlagen steht im Norden entlang der Küsten. Heute werden vor allem grosse Offshore-Windpärke gebaut, die infolge idealer Windverhältnisse eine hohe regelmässige Auslastung und hohe Erträge bringen. Auch Schweizer Energieversorger-Unternehmen investieren deshalb aus ökonomischen Gründen in solche Windkraftwerke. Die Erkenntnis setzt sich durch: Windturbinen an ungeeigneten Standorten produzieren zu wenig und sind unwirtschaftlich. Windkraft um jeden Preis ist keine Lösung. Vielmehr braucht es in der Schweiz einen intelligenten, naturverträglichen und ökologisch sinnvollen Strommix aus erneuerbaren Energien. Wenn der Wind entlang der Küsten regelmässig und stark bläst, dann macht es durchaus Sinn, diesen dort auch zu nutzen.

 

Zu unrentabel: Die BKW steigt aus

Einzelne Gemeindevertreter von Vechigen sind seit Jahren bestrebt, Windkraftanlagen errichten zu lassen. Die BKW  hat nach sechs Jahre dauernden Abklärungen Ende 2014 das Projekt auf der Diepolshusenegg aufgegeben. Sie hat den Vertrag mit der Gemeinde gekündigt. Begründung: Zu wenig Wind – ungenügende Wirtschaftlichkeit.

 

Der Wind wird eisig

Während die Bevölkerung bis vor kurzem nur von einem oder allenfalls zwei kleineren Windrädern auf der Diepoldhusenegg ausgegangen ist, hat der Wind nun massiv gedreht. Er weht den Vechiger Bürgern aktuell mit Aussicht auf eine grosse Windindustrie-Anlage mit sechs bis zehn (und zu einem späteren Zeitpunkt wahrscheinlich mehr) Turbinen in Form eines Windparks modernster Dimension direkt ins Gesicht. Im Fokus ist das gesamte obere Gemeindegebiet: Utzigen, ein Dorf in einem Halbkreis umzingelt von rund 180 Meter hohen Windindustrie-Türmen mit all ihren Auswirkungen auf die nähere und weitere Umgebung … sinkenden Immobilienpreisen und  dem Verlust an Lebensqualität und weitherum bekannten einzigartigen intakten Naherholungsräumen.

 

Was steckt dahinter?

Die ganze bis zum heutigen Zeitpunkt in Vechigen abgelaufene «Wind-Geschichte» mit Ausstieg der BKW aus dem Projekt, deckt sich genau mit dem Inhalt dieser Webseite betreffend Rentabilität in Gebieten mit tiefen zu erwartenden Winderträgen. Die Fragen nach dem Warum oder: «Wer verdient am aktuell ins Leben gerufenen Projekt wieviel?» oder vielleicht gar «Um was genau geht es hier?» seien deshalb erlaubt und hier gestellt.

Ein Vorhaben auf Kosten Vechigens, seiner Bevölkerung, der Natur und Landschaft, von dem nur wenige sich finanziellen Gewinn erhoffen?

 

Links zum Thema:

Wird der Windpark abgeblasen?

BZ-Artikel vom 01. Februar 2014

 

BKW hält Windpark für unrentabel

Berner Zeitung 30. Oktober 2014

 

BKW steigt aus Vechigen-Projekt aus

Energie aktuell vom 30. Oktober 2014

 

Neuer Schub für den Windpark

BZ-Artikel vom 27. Juni 2015

 

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